VITAIA
Ernährung & Stoffwechsel

18. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Eiweiß: Der Nährstoff, der morgens oft fehlt

Dein Teller kann voll sein - und trotzdem an einem wichtigen Baustoff sparen.

Dr. Mathias Okroi

Dr. Mathias Okroi

Co-Founder & Medical Officer

Person bereitet eiweißhaltiges Essen zuBild ist KI-generiert

Wie viel Zeit hast Du?

7:15 Uhr: zwei Scheiben Toast mit Marmelade und ein Kaffee. Mittags gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Erst abends liegt mit Fisch, Tofu oder einem großen Klecks Quark eine gut erkennbare Eiweißquelle auf dem Teller. Du hast den ganzen Tag gegessen - nur das Protein hat sich weitgehend auf den Feierabend verschoben.

Das passiert erstaunlich leicht, weil Eiweiß im Kopf vieler Menschen noch immer ins Fitnessstudio gehört. Dabei braucht Dein Körper Protein auch an Tagen, an denen Du keine Hantel berührst. Er zerlegt es in Aminosäuren und nutzt sie unter anderem für Muskeln, Enzyme, Hormone, Antikörper, Haut und Organe. Eiweiß ist also kein Muskelpulver, sondern tägliches Baumaterial.

Der Aha-Effekt: Nicht jede sättigende Mahlzeit ist automatisch eiweißreich. Ein Croissant liefert Energie, ein Salat viel Volumen und eine Gemüsesuppe wertvolle Pflanzenstoffe - doch ohne Joghurt, Hülsenfrüchte, Ei, Tofu, Fisch oder eine andere Proteinquelle kann die Tagesmenge trotzdem knapp werden.

Wie viel ist genug? Für gesunde Erwachsene unter 65 Jahren nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei 70 Kilogramm sind das rund 56 Gramm. Ab 65 Jahren gilt 1,0 Gramm pro Kilogramm als Schätzwert. Wer deutlich mehr als fünf Stunden pro Woche trainiert, kann je nach Sport und Ziel mehr benötigen. Eine möglichst hohe Zahl ist aber kein Gesundheitsziel.

Auch der Shake ist weder Held noch Bösewicht. Er kann praktisch sein, wenn Zeit oder Appetit fehlen. Ohne Kraftreiz baut er jedoch nicht automatisch Muskeln auf, und eine normale Mahlzeit kann dieselbe Aufgabe übernehmen. Bei einer chronischen Nierenerkrankung gehört die passende Menge in medizinische Hände.

Dr. Mathias Okroi

Über den Autor

Dr. Mathias Okroi

Dr. Mathias Okroi ist niedergelassener Chirurg und kennt die Fragen und Sorgen von Patient:innen aus seinem Praxisalltag. Dieses Wissen bringt er in unsere medizinischen Artikel ein – verständlich, fundiert und nah am Menschen.

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